Naturnaher Garten für den Spatz

Naturnaher Garten – hilft nicht nur dem Spatz

Damit sich der Spatz auch bei dir zu Hause fühlt, ist er auf die drei „V“ angewiesen. Spatzen im Garten – etwas Schöneres gibt es nicht.

  1. Verpflegung
  2. Vermehrung
  3. Verstecke

Wenn Spatzen diese drei „V“ in deinem Garten antreffen, werden sie sich gerne niederlassen.

Spatz am Bach
Spatz am Bach

Punkt 1: Verpflegung für den Spatz

Spatzen sind eigentlich genügsam. Sie fressen gerne Körner und Samen. Auch härtere Körner werden gerne genommen. Dabei hat der Haussperling auch seine Lieblingskörner:

Weizen, Gerste und Hafer

Diese Vorlieben wurden ihm vor Jahrzehnten fast zum Verhängnis. Man machte den Spatzen für Missernten verantwortlich, da er maßgeblich für den Verlust des reifen Korns auf den Feldern verantwortlich gemacht wurde.

Man bot ihm Giftweizen und dezimierte seinen Bestand erheblich.

Zum Glück sind solche Absurditäten heute nicht mehr erlaubt.

Wenn du deine Spatzen zufriedenstellen möchtest, biete ihnen gemischte Körner und Samen an. Im Fachhandel werden dazu zahlreiche Produkte angeboten. Achte möglichst auf BIO-zertifiziertes Vogelfutter. So bist du sicher, kein pestizidbelastetes Futter anzubieten.

Ausgewachsene Spatzen benötigen keine Insekten. Trotzdem sind Insekten für Spatzen unerlässlich: Sie füttern ihren Nachwuchs mit der proteinhaltigen Kost.

Spatz auf dem Dach
Spatz auf dem Dach (c) Ralf Becker

Gestalte deinen Garten naturnah

Insekten treten nur da auf, wo sie selbst Nahrung finden. In einem sterilen Garten mit Golfrasen und Stauden aus fernen Ländern, finden Insekten keine Nahrung.

Somit bleibt auch für den Spatzennachwuchs kein Insektenfutter übrig. Du wirst sehen, dass du Spatzen bei einer Fütterung wie oben beschrieben anlocken kannst, diese aber nicht verweilen, da sie für den Nachwuchs keine Nahrung herbeischaffen können.

Pflanzen für den naturnahen Garten

Hier geben wir dir einige Pflanzbeispiele für einen naturnahen und somit spatzenfreundlichen Garten an:

Sträucher/Bäume

Heimische Sträucher sind für viele Raupen und Insekten gute Futterpflanzen. Einige Beispiele:

  • Berberitze
  • Faulbaum
  • Hainbuche
  • Holunder
  • Kornelkirsche
  • Liguster
  • Schlehe
  • Weide
  • Weißdorn
  • Zierapfel

Es gibt noch viele weitere Sträucher, aber wenn du den oben genannten Arten in deinem Garten einen Platz zur Verfügung stellst oder diese in einer Hecke pflanzst, werden sich die Insekten und somit auch die Spatzen freuen.

Heimische Stauden

Die folgenden Stauden sind gut für Insekten und bilden im Herbst und über den Winter gute Samen aus. Also ideal für Spatzen. Auch Gräser können durch ihre zahlreichen Samenkapseln als Nahrungsquelle für Spatzen dienen.

  • Wegwarte
  • Wilde Karde
  • Natternkopf
  • Rainfarn
  • Sonnenblumen
  • Disteln
  • Fetthenne

 

Punkt 2: Vermehrung

Finden die Spatzen in deinem Garten genug Futter, werden sie sich auch vermehren wollen. Und Spatzen sind da nicht zimperlich. In einer Spatzenkolonie wird von April bis September eigentlich immer gebrütet.

Biete den Spatzen daher auch Nistmöglichkeiten an. Sie lieben es, in Mauerritzen oder unter Dachzieglen zu brüten. Leider sind unsere Neubauten so energetisch abgeriegelt, dass kein Spalt zwischen Dach und Mauerwerk gelassen wird.

In diesem Fall kannst du den Spatzen entsprechende Nistkästen anbringen. Die Nistkästen sollten mindestens drei Meter hoch sein. Der beste Platz ist in Dachhöhe.

Nistkasten für Spatzen
Nistkasten für Spatzen (c) Ralf Becker

Spatzen sind gesellige Brüter. Sie brüten gerne in Kolonien.  Du kannst Reihenhaus-Nistkästen wählen oder auf Meisenkästen zurückgreifen. Bringe alle 50 cm einen Nistkasten an und lasse das Einflugloch in der Größe für die Kohlmeisen. Bei vielen Nistkästen kannst du die Größe des Einfluglochs bestimmen. Spatzen haben eine Größe wie Kohlmeisen und das kleinste Einflugloch ist für Blaumeisen gedacht und für Spatzen zu eng.

Es gibt auch Nistkästen, die sich in das Mauerwerk integrieren lassen oder die Farbe deines Außenanstrichs besitzen.

Der beste Weg für eine erfolgreiche Brut in einer Spatzenkolonie ist jedoch der Gang unter das Dach. Wenn dein Dach mit Ziegeln versehen ist, dann versperre den Spatzen nicht den Weg unter die Ziegel durch Draht oder Ähnliches.

Spatzen brüten am liebsten unterm Dach

Schiebe die Dachhaut auch etwas nach hinten und so können sich die Vögel mit der ganzen Kolonie unter deinem Dach einnisten. Sie bauen auch nur kleine Nester und beschädigen das Dach dabei nicht.

Solltest du eine Wandbegrünung durch Wein oder Efeu an deiner Wand hochranken lassen, ist das noch besser. Spatzen brüten gerne in dem Dickicht.

Aber Achtung! Bitte kürze diese Wandbegrünung nie auf Stock. Du nimmst den Spatzen sonst ihre Heimat und die Kolonie wird wohl zugrunde gehen.

 

Punkt 3: Verstecke für Spatzen im Garten

Spatzen sind sehr lebendig. Sie fressen gemeinsam, baden gemeinsam und schlafen gemeinsam.

Aber sie fliehen auch bei Gefahr gemeinsam. Nur wohin?

Wenn aus der Luft Gefahr durch einen Sperber droht, fliehen die Spatzen in ihre Verstecke. Eine dichte Hecke oder Sträucher sind ideale Verstecke. auch eine Bromberhecke schützt die Haussperlinge vor Fressfeinden.

Hast du die Spatzen durch Punkt 1 und Punkt 2 von deinem Garten überzeugen können, dann biete ihnen auch Versteckmöglichkeiten an. In eine Hecke aus Berberitze oder Weißdorn mit ihren Dornen fliegt der Sperber ungerne hinein, während es den kleinen Spatzen nichts ausmacht. Je dichter die Hecke ist, desto sicherer fühlen sich die Spatzen in ihrem Versteck.

 

Du siehst, du kannst in deinem Garten sehr viel für den Spatzen tun.

 

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