Spatzenvorkommen in Nordrhein-Westfalen
Spatzen in Nordrhein-Westfalen – Übersicht zu den häufigsten Vorkommen von der Eifel bis nach Ostwestfalen-Lippe, vom Niederrhein bis zum Siegerland.
NRW ist eine Hochburg der Spatzenvorkommen. Besonders in der Rhein-Ruhr-Schiene finden sich über 1.000 Reviere auf engem Raum. Die Dichte der Spatzenkolonien spiegelt auch die enge Bindung des Haussperlings in Nordrhein-Westfalen an den Menschen wieder.

Der Spatz ist dem Menschen in seine Siedlungen gefolgt. Das Ruhrgebiet ist dabei immer noch eine Spatzenhauptregion. Durch die Industrialisierung ab 1850 durch den Bergbau zog es Millionen Menschen in die Region von Lippe, Emscher und Ruhr. Viele Bewohner hielten sich in den Zechenhäusern einige Nutztiere. Dort fiel für den Spatz immer etwas Futter mit ab.
Aber auch die Rheinschiene von Bonn bis Wesel weist viele Spatzenvorkommen aus.
Spatzen gehen in Nordrhein-Westfalen zurück
Leider gehen auch in NRW die Spatzen-Bestände weiter zurück. Köln, früher eine Spatzen-Metropole, hat in den letzten 25 Jahren, 80 % seiner geliebten Haussperlinge verloren. Nach der Vogelzählung des NABU im Januar 2026 wurden 26 % weniger Spatzen in Nordrhein-Westfalen gemeldet. Ein drastischer Rückgang.
Bis in die 1980er Jahre war der Spatz der häufigste Brutvogel in Nordrhein-Westfalen. Seit 2025 ist er auf Platz 4 zurückgefallen, nach Amsel, Buchfink und Kohlmeise.
Kaum mehr vorstellbar, wurde der Haussperling bis in die 1970er Jahre regelmäßig durch Giftweizen oder andere Maßnahmen eliminiert. Ganze Dörfer hatten plötzlich keine Spatzen mehr.

Der Grund: der Spatz ist ein Körnerfresser und liebte es, die Aussaat und Ernte auf den Getreidefeldern zu verspeisen. Diese Nahrungsaufnahme sollte ihm zum Verhängnis werden.
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In Nordrhein-Westfalen 50 % weniger Spatzen
Gegenüber den 1960er Jahren, ging bis in die 1990er Jahre der Spatzenbestand in NRW um 50 % zurück. Seit dieser Zeit bleibt der Spatzenbestand etwa auf gleichem Niveau, örtlich jedoch weiter mit abnehmender Tendenz.
Der Grund für die Bestandsrückgänge in Nordrhein-Westfalen des Haussperlings ist schnell gefunden.
Die industrialisierte Landwirtschaft mit immer mehr geschlossenen Getreide-Silos und Stallhaltungen von Nutztieren, lässt dem Spatz auf dem Land weniger Raum zu Leben und Nahrungsfindung.
Im städtischen Bereich, besonders in der Rheinschiene aber auch im Ruhrgebiet, werden Gebäudesanierungen für den Spatz zum Verhängnis. Viele Gebäude wurden nach dem Zweiten Weltkrieg gebaut und müssen nun oft kernsaniert werden. Dabei werden Hohlräume oder Dächer energetisch versiegelt. Dem Spatz wird so der Brutplatz genommen.
In den Zechensiedlungen findet sich heute kein Nutztier mehr. Die früher zum Nahrungserwerb dienenden Gärten der Bergbauer sind heute Vorzeigegärten.
Seit der Umwandlung vieler Bauerngärten in sterile Gärten, fehlt es den Vögeln an Samen, Körnern und entsprechend Insekten für die Aufzucht der Jungen.
Karte der Spatzenvorkommen in Nordrhein-Westfalen
Hier zeigen wir die Spatzenvorkommen in NRW.
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Karte zu den Spatzenmeldungen in NRW seit April 2026:
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